Gerade Motorradfahrer sollten den Aquaplaning Effekt beim Fahren im Regen nicht unterschätzen. Doch einige Biker lassen sich partout von Wind und Wetter nicht das Motorradfahren vermiesen, obgleich das Fahren auf dem Zweirad bei Regen und bei Strassennässe bekanntlich eine besondere Vorsicht erfordert.

Bei Sonnenschein ist der Strassenasphalt auf den Landstrassen entsprechend griffig und das sind die Bedingungen, die Motorradfahrer bevorzugen. Aber sobald der Regen einsetzt, ändert sich alles für einen Biker.

Schließlich hat er keine Karosserie, die ihn vor den Umwelteinflüssen schützt. Zudem kommen die zwei Räder bei einem Bike nun einmal schneller ins Rutschen als die vier Räder eines Autos. Das kann gefährlich oder sogar lebensgefährlich werden.

Erfahrene Biker wissen, dass sich gerade nach einer längeren Trockenperiode bei einem plötzlichen Regenguss ein unangenehmer Schmierfilm auf dem Strassenbelag bildet. Dieser Schmierfilm hat ähnlich schlechte Reibbeiwerte wie beispielsweise nasses Kopfsteinpflaster oder sogar eine geschlossene Schneedecke.

Da kommt es schnell zum Aquaplaning und schlimmstenfalls zum Kontrollverlust über das Bike.

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Außerdem erweisen sich die Fahrbahnmarkierungen wie auch die Gullydeckel immer wieder als Quelle für Unfälle. Deswegen ist es besser, bei einer solchen Witterung den Fahrstil anzupassen und extreme Neigungen in Kurven zu vermeiden.

Diese mögen bei schönen Wetter oder auf einer Rennstrecke Spass machen, können auf einer zu glatten Oberfläche problematisch werden

Aquaplaning erkennen und richtig verhalten

Alle Fahrer fürchten den Aquaplaning Effekt auf der Strasse, aber Motorräder haben bei einem hohen Wasserstand und hohem Tempo auf der Strasse ein ernstes Problem.

In diesem Fall bildet sich vor dem Vorderrad ein Wasserschwall, dwelcher sich wie ein Keil verhält und zwischen die Fahrbahn und der Reifenlauffläche drängt.

Obwohl dieser Effekt beim Bike viel später als bei einem Auto einsetzt, ist er für den Biker wesentlich gefährlicher.

Der Grund dafür ist die geringere Aufstandsfläche eines Motorradpneus wie auch dessen gekrümmte Kontur. Denn ein Biker fährt auf einer abgerundeten Kontaktfläche, wobei das Wasser zur Seite abgeleitet wird.

Der breitere Autopneu schiebt dagegen den Wasserschwall nur vor sich her. Darum wird den Bikern immer wieder geraten, bei Regenwetter die maximale Geschwindigkeit auf 100 km/h zu beschränken.

Schließlich weisen die meisten Fahrbahnen die gefürchteten Lkw-Rinnen auf, in denen bei Regengüssen das Wasser steht und das Aquaplaning begünstigt. Bei einer trockenen Strasse liegt der Reibbeiwert bei rund µ = 1,0, bei schlechten Bedingungen erreicht er lediglich 0,7 als Wert.

Im nassen Zustand liegt dieser Wert bei 0,3, da die Reifenhaftung bei nassen Strassen von der sogenannten Mikrorauigkeit abhängig ist. Dafür verhaken sich die winzigen Asphaltspitzen mit dem Reifengummi und eine grobe Oberflächenstruktur unterstützt den Grip der Reifen.

Deshalb ist die Profilierung des Reifens entscheidend beim Aquaplaning, da sie das Wasser nach außen ableitet. Zusätzlich wird ein hoher Anpressdruck an der Profilblockkante aufgebaut, wodurch der Strassenkontakt gesichert ist.

Runder Fahrstil bei schlechtem Wetter

Die Experten raten Bikern, die bei einem nassen Tag auf den Strassen zu finden sind, zu einer runden Fahrweise. Die persönliche Sicherheit sollte im Vordergrund stehen, dann steht dem Biken an solchen Tagen nichts im Weg.

Um einen Sturz zu vermeiden, sollte der Fahrer mit geringer Schräglage fahren sowie abruptes Beschleunigen oder Bremsen vermeiden. Zudem können Fahrbahnmarkierungen und Gullydeckel ebenfalls ein Gefahrenpotenzial bergen.

Außerdem besteht ein Aquaplaning Risiko in Tunneln oder Senken, in denen sich schnell tiefe Wasserpfützen sammeln können. Durch die runde Form der Reifen kommen Motorräder zwar erst bei hohen Geschwindigkeiten in den Aquaplaning-Bereich, da sich bei ihnen der Wasserkeil verzögert aufbaut.

Allerdings sollte die Geschwindigkeit um so mehr reduziert werden, je höher der Wasserstand ist. In diesem Fall empfiehlt sich eine voraus schauende Fahrweise.

Jedoch ist das Absteigen vom Bike meist keine gute Idee, da der Fahrer so von den anderen Verkehrsteilnehmer noch weniger wahrgenommen wird.

Ein Fahrer sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass sich bei einer andauernden Regenfahrt auf den Bremsscheiben ein Wasserfilm bilden kann. Das verzögert den Bremsvorgang, was nur vermieden wird, in dem hin und wieder die Bremse leicht betätigt wird.

Regenfeste Bekleidung bietet zusätzlichen Schutz

Obgleich der Aquaplaning Effekt bei Starkregen ein gewisses Risiko darstellt, muss der Fahrer auch mit anderen Risiken bei Regenwetter rechnen.

Um sich dagegen zu schützen, benötigt er unbedingt Regen abweisende Kleidung wie Goretex oder auch Lederbekleidung. Diese Bekleidung dient dem Fahrer nicht nur, damit er nicht nass wird, sie verhindert auch, dass er während der Fahrt auskühlt.

Auch wenn der Fahrer es auf dem Bike nicht bemerkt, kühlt der Regen seinen Körper schnell aus, was seine Reaktionsfähigkeit vermindert. Die Muskulatur wird steif und vor allem die Finger reagieren in Gefahrensituationen nicht mehr wie gewohnt.

Wer unter solchen Umständen auch noch mit Aquaplaning kämpfen muss, riskiert einen Sturz oder Unfall und damit sein Leben.

Darum gehört auch die richtige Bekleidung während einer Regentour für den Biker zur Sicherheit. Ebenso nachteilig können sich ein beschlagenes Visier oder eine Brille auswirken, die die Fahrt behindern und einen Gefahren wie Wasserpfützen auf den Strassen zu spät erkennen lassen.

Das passende Bike für Regentouren

Um bei Regen sicher fahren zu können, muss der Biker sich auf seine Ausrüstung genauso verlassen können wie auf sein Motorrad.

Wer eine Vintage Maschine fährt, die zwar Fahrspass pur verkörpert, muss sich darüber klar sein, dass diese Maschinen schlechter mit Problemen wie Aquaplaning zurecht kommen.

Moderne Motorräder verfügen über eine Traktionskontrolle und ABS, die bei solchen Schwierigkeiten hilfreich sind. Einige der neueren Bikes können in einen speziellen Regenfahrmodus versetzt werden, wobei das Motorrad sanfter Gas gibt und gleichzeitig die Motorleistung verringert.

So wird die Fahrweise automatisch an die Umweltbedingungen angepasst.

Fazit

Ein Motorrad und Aquaplaning vertragen sich nur bedingt. Zwar tritt der Aquaplaning Effekt bei Motorrädern später ein als bei einem Auto.

Jedoch ist die Gefahr für einen Motorradfahrer bei Aquaplaning zu Fall zu kommen ungemein höher und die Folgen sind weitaus schwerwiegender.

Aber das heißt nicht, dass Biker ihre Maschine bei Regenwetter generell in der Garage lassen sollten. Sie sollten lediglich ihre Ausrüstung und ihren Fahrstil an das Wetter anpassen.

Vollspeed mit der Maschine über den Asphalt zu donnern, ist mehr etwas für die sonnigen Tage. Bei Regen sollte die maximale Geschwindigkeit für Biker bei 100 km/h liegen

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