_motoautoreifen beitragReifen sind nicht gleich Reifen! Dieser Grundsatz wird besonders deutlich, wenn man die Pneus von Motorrädern mit denen von Autos vergleicht. Zwar haben beide im Prinzip die selbe Aufgabe – nämlich die Verbindung zwischen Straße und Fahrzeug herzustellen – dennoch unterscheiden sich die beiden Varianten stark voneinander. Warum und auf welche Art sich Motorradreifen von PKW-Pneus unterscheiden, erklärt dieser Artikel.

Unterschiedliche Belastungen erfordern verschiedene Reifen

_motoautoreifen inhaltDie Hauptursache für die Unterschiede in Struktur und Beschaffenheit zwischen Auto- und Motorradreifen liegt vor allem in den unterschiedlichen Belastungen begründet, die während der Fahrt auftreten. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der höhere Schwerpunkt von Motorrädern, der bewirkt, dass beim Bremsen – beziehungsweise beim Beschleunigen – eine wesentlich stärkere Gewichtsverlagerung auftritt, als bei einem PKW. So wird ein Großteil der kinetischen Energie beim Bremsvorgang auf die Vorderachse übertragen. Ähnliches gilt für die Beschleunigung: Hier muss der Hinterreifen die Antriebskraft aufnehmen und der Schwerpunkt verlagert sich zum Fahrzeugheck. Ein weiterer Punkt sind die auftretenden Seitenführungskräfte, die dem Vorderreifen eine größere Haftung abverlangen, da dieser in der Regel eine größere Aufstandsfläche aufweist als der Hinterreifen.

_motoautoreifen autoEin weiterer Unterschied zwischen Motorrad- und Autoreifen ist, dass bei der Konstruktion von Motorrad-Pneus das Fahrverhalten von Zweirädern berücksichtigt werden muss, das sich deutlich von dem eines PKWs unterscheidet. Aufgrund des wesentlich besseren Verhältnisses zwischen Leistung und Gewicht bei Motorrädern können während der Fahrt Phänomene auftreten, die Autofahrern völlig unbekannt sind.

Ein klassisches Beispiel ist hier der Kickback – auch als Lenkerschlagen bekannt – dessen Auftreten von der Beschaffenheit der Reifen abhängig ist. In der Regel verliert der Vorderreifen hierbei nach dem Überfahren einer Straßenunebenheit kurz den Kontakt zu Fahrbahn und erfährt beim Aufkommen einen Impuls, der die vordere Achse zu einer Rotation um die Lenkachse anregt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Reifen mit steifer Karkasse die Gefahr des Lenkerschlagens erhöhen, ebenso wie der allgemeine Trend zu breiteren Reifen. Beim Verhindern von gefährlichen Kickbacks spielt daher die Eigendämpfung eine wichtige Rolle bei Motorradreifen.

Allgemein gilt, dass Motorradreifen wesentlich empfindlicher auf Unebenheiten im Straßenbelag reagieren, sodass es mit NHS-Reifen sogar Pneus gibt, die erst gar nicht auf öffentlichen Straßen genutzt werden dürfen. NHS steht hierbei für „Not for Highway Service“ und bedeutet, dass diese Reifen ausschließlich für den Einsatz auf Rennstrecken konzipiert wurden.

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Kennzeichnung von Motorradreifen verstehen und richtig deuten

_motoautoreifen bikeModerne Reifen für motorisierte Zweiräder werden heute nach folgendem Schema gekennzeichnet: „160/60ZR17 (69W) TL M/C“ . Die einzelnen Ziffern und Werte stehen dabei für bestimmte Eigenschaften und Begrenzungen der Pneus, die in der folgenden Auflistung erklärt werden:

  • 160/60: Die erste Angabe bezeichnet die Reifenbreite, die in diesem Fall 160mm beträgt. Der zweite Wert „60“ kennzeichnet das prozentuale Verhältnis zwischen Reifenbreite und Reifenquerschnitt.
  • ZR : Diese Angabe steht für die Reifenart. In diesem Fall Radialreifen, die für Maximalgeschwindigkeiten über 240 km/h geeignet sind.
  • 17 : Diese Ziffer steht für den Felgendurchmesser in Zoll
  • (69W) : Die Zahl bezeichnet den Tragfähigkeitsindex (hier 325 kg). Der Buchstabe „W“ steht für die maximale Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h. Reifen mit dem Buchstaben „S“ sind bis 180 km/h zugelassen.
  • TL : Bezeichnet die Bauart des Reifens. „TL“ steht hier für „Tubeless“ und bedeutet übersetzt schlauchlos.
  • M/C : Kennung die besagt, dass es sich bei den Pneus um Motorradreifen handelt.

 

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