life beitragFrüher galten die Harleys-Davidsons als Lifestyle,Motorräder. Was früher lange nur deren Domäne war, schwappt nun immer mehr in den restlichen Motorradmarkt über. Nachdem schon etliche Trends gekommen und gegangen sind, kommt nun angeblich das Lifestyle-Motorrad. Die Preise heben sich bei solchen Motorrädern vom Restmarkt ab und ergänzt werden die Möglichkeiten durch markenspezifische Motorradkleidung und Zubehör.

Da hängt sich doch gleich die Frage an, ob sich ein Lifestyle-Motorrad überhaupt lohnt.

Der Supertrend

2015 galt als DAS Jahr, in dem der Lifestyle zu den Motorrädern kommt. Es wurde als Supertrend angekündigt und Ankündigungen mit neuen Modellen und Produktpaletten standen unter diesem Gesichtspunkt. Was ist nun davon übriggeblieben? Wollen die Menschen überhaupt solche Bikes?

Geht man nach einer in der Süddeutschen veröffentlichten Studie, ist dem so. Hier wird davon gesprochen, dass „der Lifestyle-Trend hin zu puristischen, authentischen und traditionellen Produkten ausgeprägt“ sei. Wichtig für viele ist ein Motorrad, dem man die Geschichte ansehen kann. Solche Bikes hätten dann auch ein „pures Fahrerlebnis“.

Laut der Studie sind oft Leute in ihren späten Vierzigern zum ersten Mal auf den Geschmack von Bikes gekommen. Die Supersportler kommen bei ihnen nicht mehr so gut weg. Zur Studie.

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Die Preise

Und die Preise für echte und gut erhaltene Bikes, die liebevoll restauriert sind, können auch sämtliche Dimensionen sprengen. Für den Normalverbraucher kaum zu schaffen, aber ein AJS E95 Porcupine von 1954 wurde für circa 100 000 Euro verkauft. Solche Preise lassen sich allerdings nur mit perfekt erhaltenen und sehr alten Maschinen erreichen.

Welche Marken setzen auf Lifestyle?

life harley

Heute ist einer der Hauptakteure BMW. Aber auch Yamaha bietet Allroundversorgung für Lifestyle-Biker an. Da kann man dann schnell noch die richtige Jacke im coolen Stil kaufen und sich dabei zu abenteuerlustigen Bikes verführen lassen.

Bei diesen Herstellern läuft der Lifestyle hauptsächlich über die Bekleidung des Fahrers. Dazu werden Spielereien wie Schlüsselanhänger und Dinge des täglichen Gebrauchs im Markenstil angeboten.

Emotionalisierung ist der Schlüssel

Wie kommen sie dazu? Laut motorpresse.de ist der Trend zur Emotionalisierung enorm wichtig. „Das Motorrad wird zunehmend zum Ausdruck eines bestimmten Lifestyles“, sagt Peter-Paul Pietsch von Motor Presse Stuttgart. Nach ihm wächst die Szene gerade bei Retrobikes und der New-Classic- oder Custombikes ganz enorm.

In einer Umfrage der Motor Presse wurde deutlich, dass die meisten Fahrer hauptsächlich „großen Spaß“ haben wollen und für viele die Freiheit des Fahrens ein wichtiger Aspekt ist.

Dazu kommt, dass das Motorrad hauptsächlich in der Freizeit genutzt wird. Es hat also nicht so sehr eine Funktion als dass es einfach eine Verlängerung des Fahrers ist, nachdem dieser endlich Feierabend hat.

Kommen wir also zum Kern der Sache. Das Motorrad ist Ausdruck der eigenen Identität und deshalb ist die Individualität so wichtig. Das bedeutet es, den eigenen Lifestyle durch das eigene Bike auszudrücken.

Jeder, an dem manlife bmw r1200 gs adventure vorbeirauscht und jeder, der die Maschine geparkt sieht, kann sich in etwa ausmalen, welche Art von Biker hiermit wohl herumfährt.

Die Kosten

Die Kosten für ein individuelles Motorrad sind höher. Und wenn man neben der Bekleidung auch andere Teile verbaut, hat man nicht nur mehr Geld in das Bike gesteckt, sondern meist auch viel Arbeit.
Das führt dazu, dass man in materieller Weise niemals wieder die Kosten wiedersieht, die man in ein solches Bike steckt. Auf der anderen Seite ist natürlich der emotionale Wert ebenso viel höher anzusiedeln. Und genau das suchen die meisten ja dabei.

Ob sich also ein Lifestyle-Motorrad lohnt, hängt nicht von den Euros ab, sondern von dem ideelen Wert, den man dem Bike zuordnen kann.

Gehts noch etwas konkreter? Versuchen wirs.

Die Tuningszene ist ein weiteres mögliches Betätigungsfeld für Individualisten. Motorräder werden optimiert, leistungsstärker. Auspuffe werden verändert. Die Kosten sind meist exorbitant hoch und liegen aufgrund von Einzelanfertigung schnell im vierstelligen Bereich.

Optische Veränderungen können manchmal auch stark auffallen und für ein Bikeunikat sorgen. Das können liebevolle Rückspiegel sein, die auch mal einen Roller ganz eigen machen. Kleine Blinker oder Stummellenker sorgen ebenso für Individualität. Beliebt ist es auch, die Blinker an den Lenkerenden zu installieren. life honda cbr300r

Die Umbaukosten variieren mit der Eigeninitiative. Sie sind aber kleiner als die PS-Manipulationen bei den Tunern.

Ein Rechenbeispiel

Wenn man sich nun am Topf der heutigen Modelle bedient, dann muss trotz der Versprechen der Markenunternehmen ein Motorrad noch individualisiert werden, wenn man es als Lifestyle-Motorrad bezeichnen will.

BMW bietet zum Beispiel ihre R 1200 GS Adventure für 16 200 Euro an. Mit Umbauten wird man schnell über 20 000 Euro landen und damit ein sehr teures, aber einzigartiges Bike haben.

Billiger könnte man auch eine Honda CBR300R für nur gut 5 000 Euro erwerben. Eine Supersportler, die ja angeblich von Lifestylern verachtet werden. Man kann also seine eigenen Schlüsse ziehen, ob sich Lifestyle-Motorräder wirklich lohnen 😉

 

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