1951 machte sich ein junger, angehender Arzt mit seinem Motorrad – einer Norton Modell 18 – aus Argentinien auf, um Südamerika kennenzulernen. Das Motorrad mit lediglich 21 PS zählt heute zu den Oldtimern, die eine Fußnote in der Geschichte der Zweiräder ausmacht. Der junge Arzt hat unter dem Namen Che Guevara selbst Geschichte geschrieben und gehört zu den bekanntesten bekennenden suedamerika-mit-dem-motorradMotorradfahrern der Welt. Neben vielen Visionen bleibt zumindest ein Erbe bis heute lebendig: Der Traum, Südamerika auf dem Motorrad zu entdecken.

Auf der Panamericana – die längste Straße der Welt

Wer Südamerika über eine längere Strecke mit dem Motorrad bereist, wird sich schnell entweder abseits bekannter Ortschaften auf unbefestigten Pisten oder auf der Panamericana wiederfinden. Bei der Panamericana handelt es sich eigentlich um ein ganzes Straßennetz. Diese wohl weltweit einzigartige Straße zieht sich über eine Ausdehnung von mehr als 25.000 Kilometer von Patagonien bis nach Alaska.

Theoretisch betrachtet, könnten auf ihr beinahe zwei Drittel der Erde umrundet werden, ohne die mehrere tausend Kilometer von Seitenabzweigungen in Betracht zu ziehen. Allerdings sind die Bedingungen dazu in weiten Teilen weit davon entfernt, optimale Reiseverhältnisse zu bieten.

Sie sind allerdings auch kein Grund, vor einer Reise zurückzuschrecken, wenn sie gut vorbereitet ist und lokale Besonderheiten berücksichtigt werden.

Jedes Land bietet unterschiedliche Voraussetzungen

Südamerika ist nicht nur riesig, sondern auch sehr vielfältig. Für einen Reisenden gleicht es einem Flickenteppich, der nicht nur aus unterschiedlichen Bevölkerungen und Landschaften, sondern auch aus unterschiedlichen Herausforderungen besteht. In einzelnen Teilen grassieren Korruption und Kriminalität, in anderen wiederum ist der Standard durchaus mit europäischen Verhältnissen vergleichbar.

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Es ist dennoch auf jeden Fall wichtig zu betonen, dass Reisende – und insbesondere Motorradreisende aus Europa – in aller Regel mit einer großen Herzlichkeit begrüßt werden.suedamerika-auf-der-panamericana-unterwegs

Für Erstreisende ist mit Sicherheit ein Trip durch Chile empfehlenswert. Das Land ist politisch und ökonomisch stabil, in weiten Teilen sicher und bietet mit einer Länge von rund 4300 Kilometer Regenwälder, Gletscher, moderates Meeresklima und nicht zuletzt die Atacama-Wüste. Die Straßen sind vergleichsweise gut und selbst mit einem Tourenrad leicht zu bewältigen.

Uruguay wiederum ist ebenfalls sicher, aber landschaftlich weniger reizvoll. Ein kurzer Trip von 100 Kilometer in die Anden weicht dort der eher eintönigen Fahrt durch die Ebene.

Argentinien und Brasilien sind ohne Zweifel interessant – den dortigen Behörden gegenüber sollte allerdings einige Vorsicht entgegengebracht werden. Beide Länder sind für einen sehr ineffektiven Polizeiapparat bekannt, der sich gerne auch vermeintliche Übertretungen in Bar bezahlen lässt.

In Bolivien, Paraguay oder Peru leidet der Reisende wiederum weniger unter den staatlichen Stellen. Dafür werden die regelmäßig veranstalteten Demonstrationen gerne von Straßenblockaden begleitet, von denen besser Abstand gehalten werden sollte.

Guided Tour oder On-The-Road?

Prinzipiell kann Südamerika auch sehr gut ohne einen lokalen Guide bereist werden. Mit Guide ist es natürlich deutlich komfortabler ist. Allerdings helfen mindestens Grundkenntnisse in Spanisch deutlich weiter, denn Englisch oder sogar Deutsch ist nur gering verbreitet.

suedamerika-chileBesonders Mechaniker sind zwar technisch sehr innovativ und bringen eine Maschine fast immer – wenn auch mitunter sehr unkonventionell – wieder zum Laufen. Wer sich jedoch dabei auf Spanisch verständlich machen kann, wird nicht nur eine herzliche Aufnahme und Hilfe erfahren, sondern kann auch den einen oder anderen Euro herausfeilschen.

Südamerika bietet einmalige Pisten

Wohl in keinem anderen Kontinent auf der Welt liegen die Möglichkeiten so nahe beieinander wie in Südamerika.

Von Iquique im Norden Chiles und dem Strand des Pazifiks sind es nur knapp Hundert Kilometer bis in die Hochebenen der Anden, 50 Kilometer in die Wüste und wenige Hundert Kilometer in den tropischen Regenwald des Amazonas.

Wer sein eigenes Motorrad nicht mitbringen möchte, kann dort problemlos eines kaufen und anschießend wieder verkaufen – in der Freihandelszone ist die Auswahl riesig und es werden keine Zölle erhoben.

Für die Fahrt ins benachbarte Peru, Argentinien oder Bolivien benötigt es lediglich eines internationalen Führerscheins und einer Versicherung, die für ca. 50 Euro sogar im Supermarkt erworben werden kann.

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