Yamaha XT 660 R

Yamaha XT 660 RYamaha XT 660R – dreißig Jahre XT und kein bisschen heiser. Seit 1976 steht das Kürzel XT bei Yamaha für Sport, Tour und Fernweh. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die neue XT 660R kommt mit moderner Technik daher: Katalysator und Abgasrückführung, Einspritzung und Vier-Ventil-Technik. Fahrdynamisch ist die neue XT die beste XT, die Yamaha je gebaut hat.

Die vierte XT Generation seit der 500 Serie

Seit der Enduro-Erfindung von Yamaha bauten die Japaner luftgekühlte Einzylindermotoren in den Packesel ein. Über fünfzehn Jahre hatte die 600er XT Baureihe einen anhaltenden Verkaufserfolg vorzuweisen. Sie punktete durch Zuverlässigkeit, Robustheit, gute Fahreigenschaften und Wirtschaftlichkeit. Der unkaputtbare Vier-Ventil-Motor brillierte als einer der bekanntesten Bikeaggregate der 80iger.

Bei der Modellpflege hatte der Hersteller aus Fernost keine glückliche Hand. Mit technisch veraltetem Getriebe und Motor und schlecht angepasstem Fahrwerk gerieten die Bikes mit dem Paris-Dakar-Mythos bei den Käufern immer mehr in Vergessenheit.

Wiedergewonnene Endurokundschaft

Yamaha erobert mit gleich zwei Versionen die Softenduro-Gemeinde wieder zurück. Die XT 660R wendet sich an die klassischen Straßen-Endurofans, die gelegentlich ein Offroad Terrain als Abkürzung nutzen, während die XT 660X mit den 17″-Zoll-Rädern und den größeren Bremsscheiben die Ecke der Supermoto Freaks anpeilt.

Sonorer Herzschlag einer neuen Legende

An Flair hat die Neue nichts eingebüßt. Einen Kickstarter sucht der Endurist vergeblich, dafür sonort der neu konzipierte wassergekühlte Einspritz-Motor nach einem Knopfdruck spontan, ohne lästiges Chokehantier. Der Dreh am Schnorchel wird spontan vom zehn zu eins verdichteten Aggregat angenommen und bläst aus den beiden Rohren den satten, sonoren XT-Sound, den man von je her gewohnt ist. Charakteristisch pocht das Herz des Bikes hart aber herzlich.

Der Single läuft dabei vibrationsfrei und ruhig, ohne zu ruckeln, der sanfte Takt gebändigter Energie. Dabei erlaubt die Maschine extrem niedertouriges Fahren ohne das die Eingeweide des Fahrers einem Rütteltest unterzogen werden oder der Motor wie zugeschnürt wirkt. Bereits bei 2500/min entwickelt der kräftige Motor 55 Nm und erreicht bei 6300/min mit fast 49 PS den Peak. Das reicht, um das Bike in 5,4 Sekunden auf 100km/h zu beschleunigen, nichts aufregendes, aber passend zur Intention der XT als bequemes Reisebike.

Der drehfreudige Motor wird spätestens bei 7300/min durch den Begrenzer an seine Pflichten erinnert. Ebenfalls neu ist der Stahlrohrahmen mit zwei Oberzügen. Trotzdem ist das Ölreservoire der Trockensumpfschmierung um den Lenkkopf angebracht. So ist eine hohe Bodenfreiheit gewährleistet ohne dass es gefährlich kratzt.

Mit dem ebenfalls komplett neu konzipierten Getriebe ist es ein Genuss zwischen den fünf Gängen exakt, leicht und gängig zu schalten. Statt drei werden jetzt bis zu fünf Schaltklauen pro Gangrad montiert. Die Verzahnung der beiden Getriebewellen ist feiner abgestimmt. Somit wird das Schaltgefühl optimiert.

Wie bei den Urvätern der Serie hat man ein sicheres Fahrgefühl auf der hoch gebauten Maschine. Die 189 kg schwere XT 660R schwirrt leicht durch enge Kurven und wird lediglich durch den Fahrer limitiert. Die Pneus von Metzeler mit einer enduromässigen Dimension 90/90-21 vorn 130/18-17 hinten sind stilgerecht auf Speichenfelgen montiert und bieten einen sehr guten Grip.

Ein Fahrwerk wie Samt und Seide

Eine herkömmliche 43iger Gabel vorn und eine Radkastenschwinge hinten halten die XT 660R sicher auf dem Asphalt. Das gut justierbare Monofederbein bietet selbst beim Zweipersonenbetrieb und Gepäck komfortable Einstellmöglichkeiten für alle Straßenverhältnisse. Nur in extremen Gelände weisen die Absorber geringe Sensibilität auf, das Hinterrad hebt des Öfteren ab.

Zieht man am Bremshebel, zeigt die Verzögerung der 298 Millimeterscheibe gute Werte und bietet ein exaktes Feeling bis an die Blockiergrenze.

Das Bikinger Fazit:

Selbst die härtesten Vertreter der guten alten 600er werden von der XT des neuen Zeitalters nicht enttäuscht sein. Abgesehen von den nicht ganz so brillanten Offroad-Eigenschaften und der trägen aber nicht instabilen Verhalten bei schnellem Lastwechsel ist die neue XT 660R ein Single zum verlieben.

  • Design 65%
  • Technik 84%
  • Bikinger Faktor 56%
  • Gesamtwertung 68%

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