e-bike beitrag harleyEin kerniger Motor gehört für eingefleischte Biker zum Motorrad wie die Butter zum Brot. Doch die Elektromobilität ist immer mehr auf dem Vormarsch. Verdrängt Tron bald das Easy Rider Feeling?

Das Ziel: Zwei Millionen Elektro-Autos bis 2016

Insbesondere nach dem VW-Abgas-Skandal hatte so mancher eine explosionsartige Entwicklung bei den Elektroautos erwartet. Allerdings ist es bisher nur bei einem kurzen Aufbäumen geblieben. Das von der Regierung gesetzte Ziel bis 2016 zwei Millionen elektrisch betriebene Fahrzeuge auf die Straße zu bringen ist nicht definitiv nicht mehr zu schaffen.

Schon auf der IAA 2015 war zu erkennen, dass die elektromobile Entwicklung beim Auto stetig weitergeht, sich aber das Interesse der deutschen Autofahrer durch anhaltende Skepsis immer noch in Grenzen hält.

Elektromobilität ist auch bei den Motorrädern ein Thema

Ganz anders sieht es im Bereich der Pedelec und E-Bikes aus. Hier liegt der Elektromotor voll im Trend. Laut Aussage des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) wurden im Jahr 2014 rund 480.000 Pedelec (bis 25 km/h) beziehungsweise versicherungspflichtige E-Bikes verkauft. Tendenz steigend. Mittlerweile hat der Trend auch bei den Motorrädern Einzug gehalten.

Während früher Motorräder mit Elektroaggregat eher etwas für Enthusiasten ein Thema war, die vor allem den Umweltschutz vor Augen hatten, hat sich das heute grundlegend geändert. Hatten sich bisher nur einige Jungunternehmen und Startups mit der Entwicklung von Elektromotorrädern befasst, werkeln jetzt auch namhafte Unternehmen an einem Elektro-Bike. Selbst die kalifornische Traditionsmarke Harley Davidson setzt trotz der immensen Entwicklungskosten auf elektrische Aggregate.

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e-bike teslaKürzlich präsentierte das amerikanische Vorzeigeunternehmen für Elektroantriebe „Tesla“ sein erstes lautloses Elektro-Bike-Konzept. Laut Aussage der Firmenleitung soll das futuristisch wirkende Bike in drei Sekunden von Null auf 100 km/h sprinten. Ein Wert, der so manchen Sportwagenfahrer vor Neid erblassen lässt. Allerdings fährt ein echter Motorradfan in der Regel lieber auf der Landstraße als auf der Autobahn und nur da macht eine solche Geschwindigkeit Sinn. Zudem liegt die Problematik wie beim E-Auto nicht in der Geschwindigkeit, sondern unter anderem in der Reichweite.

Das Problem mit der Reichweite

Während die Entwickler bei den Elektro-Autos die Reichweite aufgrund der Größe und Kapazität der Batterien zunehmend in den Griff bekommen, ist die Akkuleistung bei den E-Motorrädern nach wie vor ein heikler Punkt. Aktuell sind mehr als 200 Kilometer und das bei äußerst moderater Fahrweise nicht zu realisieren. Das reicht für eine Tour von etwa zwei bis drei Stunden. Spätestens dann steht der geneigte E-Bike-Fahrer vor seinem zweiten Problem. Wo kann die Batterie aufgeladen werden? Die Aufladestationen sind die gleichen wie die für Elektro-Autos.

e-bike ladestationenZwar hat sich die Anzahl der Ladestationen deutlich verbessert, jedoch befinden sich die meisten auf Autobahnraststätten und nicht an Landstraßen.

 

Wie sieht die elektromobile Zukunft für Biker aus?

Sicherlich sind Elektro-Bikes für manche Motorradfahrer interessant. Allerdings werden die meisten der Kaufinteressenten von dem zur Zeit noch sehr hohen Anschaffungspreis und vor allem der geringen Reichweite abgeschreckt. Wenn die Motorradindustrie diese Probleme in den Griff bekommt und zudem das Ladenetz deutlich ausgeweitet wird, kann das Segment der E-Motorräder durchaus Erfolg haben. Ob ein eingefleischter Biker aber auch auf das Geräusch und die Vibrationen des Motors verzichten kann, bleibt doch sehr fragwürdig.

 

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